arm

wieder so ein morgen
an dem der blick in den
kulturellen kühlschrank
den appetit verdirbt

artefakte
ohne geschmacksverstärker
stürzen tief aus der
höhe der schöpfung

das plagiat
treibt sein räuberisches spiel
als wuchernder blumenkohl
im schimmelnden leipziger allerlei

künstlerische freiheit
nicht mehr als ein furz
aus dem halb aufgeklärten
bohnenglas

der käse aus der unteren schublade
entwickelt sich langsam zur subkultur

wieder hat einer
alles hingeschmissen

was soll´s –

der hunger treibt´s rein

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Ein Gedanke zu „arm

  1. Vielen, vielen Dank. Ich liebe die reinigende Kraft des Negativen und der künstlerisch gelebten negativen Emotion. OK: „künstlerisch gelebte Emotion“ muss eigentlich bestraft werden. Aber: darum mag ich auch Thomas Bernhard so sehr.

    Dieses Gedicht spricht mir aus dem Herzen.

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