Weh-Mut

Keine Feier
heute
am Tag
der Dir
gebührte.

Regen
und Wolken
anstatt
und Blitze
und Donner.

Nicht Untergang
nur mehr
Grauen
vor
gestern.

Unwetter
über einer
Unwelt.

Du bist
nicht mehr.

Hier.

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Ein Jahresend-Hach

Um es vorweg zu schicken: Dass das Töchterlein nicht selten eigene und sagen wir „besondere“ Wege geht, ist mir seit fast zehn Jahren, die es im Januar zählen wird, bekannt. Nicht zuletzt das war auch der Grund, ihr etwas früher als eigentlich geplant ein Handy zu kaufen.
Heute dann, nach dem Mittagessen, begab sich das Kind auf Tour – zwecks Fahrradfahren und Spielplatzbespielung, wie es ankündigte.

Ein erstes Unwohlsein stellte sich ein, als die Oma mir mitteilte, es habe nochmal kurz bei ihr reingeschaut, um sich ein FEUERZEUG auszuleihen! Bei mir läuteten sämtliche Alarmglocken und ich griff zum Handy. Das brave Kind meldete sich umgehend und vorbildlich, um mir zu versichern, dass sie KEIN Feuerzeug hätten und auch nicht vorhätten, eines zu benutzen. Nach wiederholter Durchführung der bereits am Vormittag ans Kind gebrachten Belehrung hinsichtlich des Umgangs mit Feuerwerkskörpern und Feuer und der Androhung drakonischer Strafen im Falle der Zuwiderhandlung, legte ich nur halbwegs beruhigt auf und widmete mich wieder meinen hausfraulichen Pflichten.

Gerade als ich begann, mich zu fragen, wann das freiheitsliebende Töchterlein wohl gedenken wolle, ins strahlend saubere Heim zurückzukehren, klingelte mein Handy und die Anzeige teilte mir mit, dass das Kind nunmehr mich zu sprechen wünschte.

Ihr könnt Euch meinen Schock vorstellen, als sich auf mein „Na, Schnecke?“ eine atemlose Männerstimme meldete!!! „Polizei, Notarzt, Entführer“ – das waren die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen…

Tatsächlich war es ein Jogger, der das Handy des Töchterleins am Bach gefunden hatte und es an sich genommen hatte, damit es keinen Schaden erleide! Klugerweise fand er im Telefonbuch neben den Einträgen „Oma“, „Opa“ und „Papa“ auch noch den Eintrag „Mama“ und rief mich an. Er war etwa einen Kilometer entfernt von unserem Haus und gerade auf dem Rückweg von seiner Joggingrunde, bestand jedoch darauf, das Handy bei uns vorbei zu bringen, ich müsse es nicht abholen kommen.

Ich ging zur Tür und wenige Minuten später sah ich ihn schon kommen. Er gab mir das Handy und lehnte die Flasche Sekt ab, die ich ihm als Finderlohn bereit gehalten hatte: Ein Glas Wasser könne ihm jetzt gut tun, ansonsten freue er sich selbst am meisten über die Möglichkeit zu dieser guten Tat zum Jahresende!

DANKE!

Leerelos

Und dann ist Abend.

Abend eines Tages,
von dem ich außer
Trauer und Leere
nichts zu erwarten
wagte.

Ich bin traurig,
aber nicht leer.

Ich bin erfüllt
von der Gewissheit,
dass dieses Leben
Menschen wie dich
hervorzubringen
vermochte.