Mond, sonnengefiltert

Der Tag
auch ein guter
endet
berechenbar
mit einem
Untergang.

Ebenso
gewohnt
berechenbar
der Abschied
von was der Tag
noch bringen sollte.

Was aber
wenn neue
Lichtverhältnisse
den Blick schärfen
für bislang
Ungesehenes?

Wenn wir am Ende
eines Tages
nicht mehr
den Untergang
sondern den
Neubeginn

wenn wir im Mond
die Sonne
sehn?

Mond

Verloren

Stolpern
vom Gut
nach Schlecht
und keinen Halt
mehr finden
im Sein.

Hart auf hart
ergibt nicht
weich
und Bänder reißen,
wenn Halt nicht mehr
gegeben ist.

Angeschlagen
der Versuch,
die nächste Runde
zu erreichen
doch Alles
hilft Nichts.

Mit blauem Auge
nicht
nochmal
davongekommen.

Winterkind

Fast glaube ich,
dass ich sie gerochen habe,
die Luft, die mich draußen
klar und frisch erwartet
und zum ersten Mal
in diesem Jahr,
das sich seit Tagen
ein neues nennt,
ist es Lust und nicht Pflicht,
die mich aus den Federn treibt.

Silbrig schimmernd
liegt der Weg vor mir,
in dessen schlammigen Furchen
meine Füße noch gestern
zu versinken drohten
und an dessen Rand
eine schmutzig braune Brühe
wütend durch das Bett tobte,
in dem jetzt reinstes Wasser
kichernd über Steine gluckst.

Nebel liegt
über dem Feld,
doch meine Sicht
war nie klarer.

Mit jedem Schritt
atme ich tiefer,
atme ich bewusster,
atme ich Leben.

Ich bin ein Kind des Winters
und zu Hause angekommen.

Tagesbeginn

Wie schön, sich gegen Ende eines verbesserungswürdigen Tages an seinen schönsten Moment zurückzuerinnern – den, als der Radiowecker mich mit exakt der ersten Sekunde meines absoluten Lieblingslieds weckte:

Danke, SR1!