Mein früherer Chef hat mal gesagt, Frauen würden einen großen Fehler immer wieder machen: Wenn ein schwierige Situation vorbei sei, gingen sie grundsätzlich davon aus, dass von da an das Leben nur noch aufwärts ginge und eben darum träfe jedes weitere Problem sie um so härter.
Ich habe seitdem oft und viel über seine Worte nachgedacht und gebe ihm heute wie damals Recht.
Heute ist wieder so ein Tag, an dem es mich kalt erwischt hat. Die Beerdigung liegt seit zwei Wochen hinter uns und ich war selbst erstaunt, wie gut ich bis jetzt mit der Situation zurecht kam. So gut, dass ich mich manchmal schon gefragt hatte, ob “man” irgenwann unweigerlich so wird: Aus den Augen, aus dem Sinn – das Leben geht weiter, muss ja…
Bis mir heute diese Fotos in die Hände fielen, die ich wohl unbewusst vor mir selbst versteckt hatte. Bilder von Momenten, in denen wir zusammen gelacht und gefeiert haben, gerade mal zwei Tage bevor sie starb und keiner ahnte, was uns erwartete.
Und der Schmerz ist wieder da. Intensiver als je zuvor.
Plötzlich dringen die Worte “für immer” und “nie wieder” so stark in meinen Kopf, dass das Gefühl von Endgültigkeit mir fast die Luft zum Atmen nimmt.
Ich kann sie kaum ansehen, diese Bilder. Immer noch liegt das gleiche Bild obenauf. Ich habe nicht gewagt, weiterzublättern und frage mich, ob ich es überhaupt möchte. Grenzte es nicht an Selbstquälerei, sie doch anzusehen und wäre es nicht besser, sie für immer wegzuschließen, um sie nie mehr ansehen zu müssen? Ich weiß es nicht.
Und hätte mir nicht klar sein müssen, dass derartige Tage kommen würden? Hätte ich mich besser darauf vorbereiten können, um eben diesen Momenten keinen Raum zu geben?
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