Okay, die meisten von Euch haben es schon mitbekommen: Ich habe mir einen großen Wunsch erfüllt und mir ein Bild von Susanne Schattmann (@wohlgestalt) gekauft. Korrekterweise muss ich dazusagen, dass der Kauf noch nicht  ganz abgewickelt ist – der Paketdienst ist aber schon beauftragt! :-)

Heute nun hat Susanne mir eine riesige Freude bereitet: Sie hat mir das Making-of meines Bildes geschickt!!! Und das ist so genial, dass ich es nicht für mich alleine behalten kann!

Hier also mir freundlicher Erlaubnis der Künstlerin auch für Euch:

Danke, Susanne, das macht mir das Bild noch wertvoller!

P.S.: Wer mehr Werke sehen möchte, dem empfehle ich, sich mal hier umzusehen!

@25cl hat sein Versprechen gehalten und heute war sie in der Post: MEINE Postkarte aus Lissabon!!!

#PaulLi

Danke, lieber Thomas! Ich hab mich sehr gefreut! :-)

… wollte ich nur schnell einen Kaffee trinken. Und da war sie wieder, meine tägliche Frage: Welche Tasse nehme ich?

Die Qual der Wahl

Dabei dreht sich die Frage nicht darum, welche Tasse mir am besten gefällt, sondern eher darum, nach welchem Kaffee mir gerade ist – einem grünen, blauen, roten oder rosafarbenen.

Ja, tatsächlich – damit kann ich mich minutenlang auseinandersetzen! Nehme eine Tasse in die Hand, stelle mir vor, wie der Kaffee daraus wohl schmecken wird, stelle sie wieder weg und nehme eine andere – oder vielleicht doch wieder die erste…

Bin ich noch ganz normal? Heute Morgen wollte ich es wissen und bin dabei auf Bemerkenswertes gestoßen:

Der Begriff „Synästhesie“ bezeichnet genau dieses Phänomen, das nach neueren Studien bei ca. 4% der Menschen  festgestellt wurde und hauptsächlich die Kopplung zweier physisch getrennter Domänen der Wahrnehmung bezeichnet. Zur Verdeutlichung hier mal eine Übersicht der Farbassoziationen zu Geschmack und Geruch.

In einem älteren Beitrag habe ich mal geschrieben, dass Septimakkorde für mich grün-blau klingen – jetzt erschließt sich mir auch diese Empfindung. Ein besonderes Aha-Erlebnis stellte in dem Zusammenhang der farbig hinterlegte Quintenzirkel aus o.g. Wikipedia-Artikel dar:

Scriabin-Circle

Ob ich noch normal bin, weiß ich immer noch nicht, zumindest aber ein wenig klüger jetzt…

Schöne Ergänzung noch durch einen Aufsatz von Thomas Hemstege „Ungemalte Worte – Haiku und Synästhesie“. Danke an @haiku_shelf fürs Finden und Weitergeben!

… ein Hinweis auf ein wirklich empfehlenswertes Buch:

„Wir haben ja lange als Befreiung empfunden, was uns an Bindungen der Tradition und Gesellschaft verlorengegangen ist. Bis wir spürten, dass die allgemeine Individualisierung auch existenzielle Sinnlosigkeit bedeuten kann.“

(Jürgen Leinemann, Das Leben ist der Ernstfall)

Am Sonntag habe ich mich zugegebenermaßen widerwillig zu einem Kaffeekränzchen mit meinen Großtanten und -onkels überreden lassen.

Meine Kindheit habe ich mit ihnen verbracht und die Herzlichkeit, die sie mir damals entgegenbrachten, geben sie heute an meine Tochter weiter.

Ich frage mich, wann ich mich so verändert habe, dass mir die Besuche von und bei ihnen plötzlich nur noch als lästige Pflicht erschienen und ich nicht müde wurde, Ausreden zu finden, um eben diese von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, letzten Endes gar über Monate nach hinten zu schieben.

Den Sonntagnachmittag habe ich mehr genossen, als ich es mir selbst gegenüber je zugeben würde. Die alten Geschichten, ihr trockener Humor und das nicht enden wollende Interesse an mir, meiner Tochter, dem Leben.

Auch wenn ich den Tag mit ein paar Witzchen und augenzwinkernden Anekdoten abgeschlossen habe, so bin ich gerade jetzt froh, ihn mit ihnen verbracht zu haben.

Jetzt, da meine Großtante gerade mit dem Rettungswagen in die Klinik gebracht wurde…

Nachtrag 05.11.:

Sie hat nicht lange leiden müssen.

Heute hat mich via @ebel folgendes erreicht:

Und lässt mich nicht mehr los…

In meinem Kopf kreisen ebenso viele „Hör“-Erfahrungen wie Interpreationsansätze.

Der Sprecher kündigt zu Beginn die Aufführung des Werks in voller Orchestrierung an. Zunächst empfand ich das als Witz. Jetzt, nach mehrmaligem Anhören / Ansehen / Annähern, bin ich sicher, dass die Orchestrierung sogar erheblich zum Charakter der Aufführung beiträgt, wenn nicht sogar wesentlich ist.

Die Uraufführung des Werks fand am 29. August 1952 in Woodstock, New York statt. Hier zeigte der Pianist David Tudor die 3 Sätze durch Schließen und Öffnen des Klavierdeckels an. Allein die Vorstellung erzeugt in mir völlig andere Assoziationen. Oder stellt Euch vor, das Programmheft kündigt die Aufführung durch einen Gesangssolisten oder Chor an. Die Variations- und damit die Wahrnehmungsmöglichkeiten sind unendlich!

Aber was stelllt hier eigentlich das Erlebnis dar? Die Stille? Oder die dadurch deutlich stärker wahrzunehmenden Nebengeräusche?

Stellt man die Frage aus einer etwas anderen Perspektive, nämlich WER hier eigentlich das Erlebnis verschafft, wird die Antwort deutlicher: Es wird aktiv Stille erzeugt.

AKTIV Stille erzeugen… Stille ist oder ist nicht, dachte ich bisher.

Und Wahnsinn, wie die Wahrnehmung durch diese unendliche Stille geschärft wird! Achtet mal auf Minute 1´55: Allein die Augenbewegung des Musikers verursacht bei mir ein fast schmerzhaftes Geräuschempfinden, der Wimpernschlag mutiert gar zum Paukenschlag.

Ob das Orchester überhaupt spielt? Ja, es spielt. Die intensivste Stille, die ich je wahrgenommen habe!

es gibt tage
an denen ich
den müll
aus meinem kopf
an die wand werfen
möchte
wie faule tomaten

einfach nur
dasitzen

zusehen
wie der Brei
seine schmutzigen
Spuren hinterlässt

es gibt tage
da bin ich
einfach nur

müde

Am 14.05.2009 besuchte ich mit meiner Freundin Sabine – ja, DIE Sabine! – ein Konzert im Theater Trier, bei dem wir beide nicht so recht sicher waren, was uns da wohl erwarten würde:  „rock´n cello – wolfram huschke live“…

Was uns entgangen wäre, wenn wir etwas weniger mutig gewesen wären, mag ansatzweise dieses youtube-Video zeigen, wenn es auch nicht annähernd der Atmosphäre und dem Eindruck des Erlebnisses gerecht werden kann:

Tatsächlich erlebten wir – neben einem der beeindruckensten Konzerte, das ich je erleben durfte – @Wolfram_Huschke, wie er „live“ auf der Bühne twitterte!!! (Dazu muss ich sagen, dass ich den Begriff „Twitter“ an diesem Abend zum ersten Mal hörte…)

Zu Hause angekommen, war ich so im Bann des Konzerts, dass an Schlaf nicht zu denken war. Ich besuchte Wolframs Homepage, googelte den Begriff Twitter, doch zur Ruhe kam ich  immer noch nicht.  Und so schrieb ich mir meine Faszination in einem Gedicht von der Seele, das ich ihm noch in der gleichen Nacht per Email schickte – noch heute kann ich nicht fassen, wie ich den Mut dazu aufgebracht habe – vermutlich in erster Linie deshalb, weil ich der festen Überzeugung war, dass er es ohnehin nie lesen würde…

Ich traute meinen Augen nicht, als ich bereits am nächsten Morgen eine Antwortmail von ihm im Postfach hatte, in der er mir nicht nur schrieb, dass ihm mein Gedicht sehr gefallen habe, sondern in der er mir auch ein Treffen vorschlug, da er zufälligerweise noch einen Tag in Trier sei!!!

Und so saß ich tatsächlich wenige Stunden später mit ihm an einem Tisch, wir tranken Kaffee und aßen Erdbeerkuchen und redeten über Gott und die Welt und Twitter und Blogs – übrigens der nächste Begriff, den ich an diesem Wochenende zum ersten Mal hörte… Der Nachmittag endete mit einem einmaligen Privatkonzert, der Idee, einen Blog zu gründen und einer @beingmenow, die sich noch am gleichen Tag einen Twitter-Account und wenige Wochen später diesen Blog zugelegt hat…

aus
jedem ruf
hör ich
deine stimme
aus
jedem buch
les ich
dein wort

und wenn
die sonne
mich wärmt

weiß ich

der himmel
schenkt mir
deine nähe

dahintreiben
wie der
teppich aus
wolken
der ab und an
von sonnenstrahlen
durchfranst
den blick
schweifen lässt
über den horizont
wo hinter den kulissen
des sommers
die welt
in ihr schönstes
gewand
schlüpft
mit dem bunt
der fallenden
blätter
in den schlaf
zu tanzen

lieblingsstücke

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