Schon als Kind wollte ich immer einen Hund. Und mit wollen meine ich nicht das “wollen”, das man als Kind (und später auch als Erwachsene) immer wieder neu erfindet, sondern dieses pure Wollen, bei dem das Herz sagt “Ich will nur das und nichts Anderes”.

Leider ergab sich nie die Möglichkeit dazu, die Gründe sind vielfältig.

Jetzt – nach sagen wir mal “gut dreißig Jahren” – haben wir den Traum wahr werden lassen.

Emma

Am Samstag ist dieses kleine Geschöpf bei uns eingezogen und es hat uns bisher nichts als Freude bereitet.

Und wenn ich sie so sehe, bin ich mir sicher, dass sie ganz genauso denkt.

Mein früherer Chef hat mal gesagt, Frauen würden einen großen Fehler immer wieder machen: Wenn ein schwierige Situation vorbei sei, gingen sie grundsätzlich davon aus, dass von da an das Leben nur noch aufwärts ginge und eben darum träfe jedes weitere Problem sie um so härter.

Ich habe seitdem oft und viel über seine Worte nachgedacht und gebe ihm heute wie damals Recht.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem es mich kalt erwischt hat. Die Beerdigung liegt seit zwei Wochen hinter uns und ich war selbst erstaunt, wie gut ich bis jetzt mit der Situation zurecht kam. So gut, dass ich mich manchmal schon gefragt hatte, ob “man” irgenwann unweigerlich so wird: Aus den Augen, aus dem Sinn – das Leben geht weiter, muss ja…

Bis mir heute diese Fotos in die Hände fielen, die ich wohl unbewusst vor mir selbst versteckt hatte. Bilder von Momenten, in denen wir zusammen gelacht und gefeiert haben, gerade mal zwei Tage bevor sie starb und keiner ahnte, was uns erwartete.

Und der Schmerz ist wieder da. Intensiver als je zuvor.

Plötzlich dringen die Worte “für immer” und “nie wieder” so stark in meinen Kopf, dass das Gefühl von Endgültigkeit mir fast die Luft zum Atmen nimmt.

Ich kann sie kaum ansehen, diese Bilder. Immer noch liegt das gleiche Bild obenauf. Ich habe nicht gewagt, weiterzublättern und frage mich, ob ich es überhaupt möchte. Grenzte es nicht an Selbstquälerei, sie doch anzusehen und wäre es nicht besser, sie für immer wegzuschließen, um sie nie mehr ansehen zu müssen? Ich weiß es nicht.

Und hätte mir nicht klar sein müssen, dass derartige Tage kommen würden? Hätte ich mich besser darauf vorbereiten können, um eben diesen Momenten keinen Raum zu geben?

da stehe ich
und frage mich
was man hinterlässt
als wut und trauer
und ein loch im schnee

mein magen krampft
wie von eisiger hand gewürgt
kälte ergreift besitz von mir

das ist nicht was ich wollte
und es ist nicht
was du warst

die erinnerung an dich
muss mehr sein
als schüttelnder frost
und die leere
in die man dich lässt

„in liebe“
sagt der kranz aus rosen
der das schwarze loch umschlingt

wie sie dem frost trotzen
diese roten blüten
die gestern noch leben durften

und so wie sie
soll deine güte und wärme
die kälte überwinden
und neue farben
in mein grau bringen

hier stehe ich
und weiß
dass man mehr hinterlässt
als wut und trauer
und ein loch im schnee

Da waren Menschen,

die mich zu einer Begegnung überredeten, die mir dann die letzte wunderschöne Gelegenheit bescherte, einen lieben Menschen noch einmal lebend zu sehen.

Da waren Menschen,

die mich in schwierigen Gesprächen mit Sachverstand, Verständnis und Entgegenkommen überraschten.

Da waren Menschen,

die mir gezeigt haben, wie wohltuend und vertrauenerweckend eine aufrichtige Entschuldigung sein kann.

Da waren Menschen,

die mich nicht kennen und die ich nicht kenne, die mir Anteilnahme und Mitgefühl entgegenbrachten, mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

Da waren Menschen,

die mich durch ihr soziales Engagement beeindruckt und zum Nachdenken und Mitmachen angeregt haben.

Da waren Menschen,

die mit mir ihre Leidenschaften teilten und mir dadurch den Weg zu neuen, erfüllenden Freizeitbeschäftigungen geöffnet haben.

Da waren Menschen,

die mich Unvoreingenommenheit, Offenheit und Glauben neu gelehrt haben, indem sie es vorlebten.

Da waren Menschen.

Wie gern würde ich sie rausbrüllen,
diese Wut,
die seit Tagen in mir wohnt
und Kopf und Magen besetzt.

Aber dann wäre sie weg
und zurück bliebe nur Hilflosigkeit.

Deshalb sammle ich sie,
die Wut,
und fülle sie ab
in homöopathisch kleine Dosen.

Verordne sie mir dann,
wenn die Ungerechtigkeit
zu schreien anhebt.

Wie sie den Raum füllen in ihren farbenfrohen Gewändern und die Seelen singen lassen, dass das Herz im Leibe lacht!


Nicht das, was wir anderen zu Gefallen tun macht schön, wirkliche Schönheit strahlt aus der Freude, Dinge zu tun, die wir lieben.

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Auch mal strahlen?

Canticle of  Brother Sun

Sound over all Waters

Ich rauche inzwischen seit exakt acht Tagen nicht mehr. Was mich am meisten daran erstaunt, ist nicht die Tatsache an sich, sondern die Feststellung, wie leicht es doch eigentlich ist:

Man muss einfach nur nicht mehr rauchen.

Klingt banal, ist aber hintergründiger, als es auf den ersten Blick scheint: Ich wäre zum Beispiel auch gern schlank. Aber das ist eben nicht so eindimensional umsetzbar wie das Nichtrauchen. Einfach nur nicht mehr essen ist halt keine Option. Anders essen, kochen, einkaufen, Sport treiben – das alles gehört dazu.

Trotzdem glaube ich, dass ich mit dem Nichtrauchen eine gute (mentale) Voraussetzung dafür geschaffen habe. Denn wie sagte mein weiser Zahnarzt heute zu mir: “Wenn Sie es geschafft haben, die Sucht aufzugeben, dann schaffen Sie auch alles Andere!”

So beflügelt genieße ich noch ein wenig die dunstfreie Luft in meinem Wohnzimmer und bin dankbar, dass Nichtrauchen so “einfach” ist. ;-)

Gerade klingelt mein Nachbar und drückt mir das in die Hand:

Klar hab´ ich den Absender erkannt, war aber doch ein wenig überrascht, als dann das zum Vorschein kam:

Und dann das:

Genauer gesagt, das:

Und da, in dem kleinen weißen Beutelchen, da war sie drin: Meine Planetenkette von @FraukeWatson!!!

Ein ähnliches Stück hatte ich vor ein paar Monaten auf ihrer Homepage entdeckt und mir schon lange gewünscht – jetzt ist sie da und ich freue mich riesig! Danke! :-)

P.S. Seit kurzem bloggt Frauke auch – sehr lesenswert!

Vor knapp drei Wochen hat @ichhebgleichab über “Tabak-Süchte” gebloggt. Damals verspürte ich zum ersten Mal seit Jahren wieder den Wunsch, auch Nichtraucher sein zu wollen.

Zwar konnte ich schon immer gut und gerne mal einen Tag nicht rauchen, aber sobald der Gedanke des “nie mehr”  hinzukam, war es vorbei und ich hatte das Gefühl, nicht einmal die nächsten fünf Minuten ohne Zigarette überleben zu können. Überhaupt bin ich ein Suchtmensch: Ich kann nicht Maß halten. Ganz oder gar nicht, ent oder weder!

Am Mittwoch nun hatte ich einen Termin beim Zahnarzt. Der war mir von meiner Heilpraktikerin empfohlen worden, weil sie selbst Patientin bei ihm ist.

Die Begrüßung fand nicht im Behandlungszimmer sondern in einem gemütlichen, fast wohnzimmerartigen Besprechungszimmer statt und er stellte mir Fragen über Fragen. Wie ich mir den idealen Zahnarzt vorstelle, was konkret ich mir “für meine Zähne” wünsche, ob es Vorerkrankungen, Allergien oder besondere Ängste gebe. Ich antwortete ausführlich und seine letzte Frage stellte er, während er die Antwort bereits mit “nein” ankreuzte: “Rauchen sie?”

Als ich ihn korrigierte und angab, bis zu zwanzig Zigaretten täglich zu rauchen, stellte ich mich auf hochgezogene Augenbrauen und den erhobenen Zeigefinger ein. Aber alles, was er sagte, war: “Das erstaunt mich jetzt ehrlich, passt es doch so gar nicht in das Bild, das Sie auf Menschen hinterlassen.”

Dieser Satz lässt mich nicht mehr los und mir sind noch einige “Eigenschaften” bewusst geworden, die auch nicht in das Bild passen, das ICH von MIR habe. Erstaunlich, dass man sogar sich selbst vorspielen kann, jemand anders zu sein…

Vor knapp vier Tagen habe ich angefangen, mit dem Rauchen aufzuhören (dabei hilft mir dieser Beitrag von @ApfelMuse übrigens sehr!) und auch die anderen Punkte auf der gerade erstellten Yvonne-Authentifizierungs-To-Do-Liste werde ich angehen.

Ihr hört von mir! :-)

Ein älterer Herr aus der Nachbarschaft war gestorben und ich hatte der Witwe eine Beileidskarte geschrieben, die ich  am Tag der Beerdigung zusammen mit meiner Tochter in deren Briefkasten brachte.

“Warum hast Du der Frau Meyer einen Brief geschrieben?”

Ich war mir nicht sicher, ob eine damals Vierjährige schon etwas mit dem Begriff “Beileidskarte” anfangen könnte, also antwortete ich:

“Ihr Mann ist gestorben und ich habe ihr geschrieben, dass es uns leid tut.”

Wir gingen nach Hause, vertrieben  uns noch ein wenig den Nachmittag und schon bald war Schlafenszeit fürs Töchterlein. Über eine Stunde, nachdem ich sie zu Bett gebracht hatte, stand sie plötzlich im Türrahmen und fragte:

“Mama, haben wir den Herrn Meyer zu Tode gebracht?”

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